Hintergrundbild
langes Logo

30 Jahre Deutsche Einradhockeyliga - Ein Rückblick auf das erste Ligajahr

2025 feierten wir das 30-jährige Bestehen der Deutschen Einradhockeyliga. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und wir blicken auf ein erfolgreiches und gut strukturiertes Einradhockey-Jahr zurück, das vor allem dem engagierten Ligaausschuss zu verdanken ist. Doch wie sah es im ersten Jahr der Liga aus? Wie begann die Geschichte unserer geliebten Liga?

Im Januar 1995 erhielten alle Mannschaften ein Schreiben, das die Gründung der ersten Deutschen Einradhockey-Liga ankündigte. Endlich war es soweit: Die Liga sollte ins Leben gerufen werden! Wer sich bis zum 31. Januar 1995 anmeldete, war dabei. Das Ziel war klar: Alle Mannschaften sollten zwei Mal gegeneinander spielen. Der Gewinner erhielt 3 Punkte, der Verlierer 1 Punkt, und bei einem Unentschieden gab es 2 Punkte für beide Teams.

Die Spiele sollten in Turnieren gebündelt werden, um den geographischen Rahmen und den Fahraufwand zu berücksichtigen. Damit war sichergestellt, dass die Mannschaften möglichst keine langen Reisen auf sich nehmen mussten. Am Ende des Jahres sollte der beste Spieler aus den vier bestplatzierten Mannschaften als erster inoffizieller deutscher Meister gekürt werden.

Trotz des neu aufgekommenen Wettkampfs Charakter, sollte der Spaß nicht verloren gehen. Am Ende des Anschreibens stand dann ein wichtiger Satz, der auch heute noch immer gilt: Wir setzen einfach voraus, dass der Spaß am Spiel den Konkurrenzkampf überwiegt, und dass auch bei den anstehenden sportlichen Auseinandersetzungen der Sport im Vordergrund steht.

Die Regeln der ersten Saison

Gesprochen wurde nach den Regeln der International Unicycling Federation (IUF), ergänzt durch ligaspezifische Anpassungen. Ein Spiel bestand aus drei Dritteln zu je 15 Minuten effektiver Spielzeit. Spielerwechsel waren jederzeit möglich. Zeitstrafen führten zu einem vorübergehenden Unterzahlspiel, und jede Mannschaft hatte pro Spiel Anspruch auf eine einminütige Auszeit. Eine Verspätung von mehr als 30 Minuten galt als Nichtantreten.

Die Verantwortung für die Durchführung eines Ligaspiels lag bei der Heimmannschaft. Diese stellte nicht nur die Spielstätte und das benötigte Material, sondern auch, wenn keine neutralen Personen zur Verfügung standen, Schiedsrichter und Zeitnehmer. Zudem war die Heimmannschaft für die Weiterleitung des Spielberichts an den Ligaausschuss verantwortlich.

Da ein fester Spielplan nicht immer realisierbar war, ergänzten sogenannte Zusatzturniere den regulären Ligabetrieb. Diese Turniere dienten dazu, Ligaspiele auszutragen, die aus logistischen oder terminlichen Gründen nicht anders organisiert werden konnten. Das Heimrecht für diese Spiele wurde vom Ligaausschuss vergeben, der außerdem darauf achtete, dass pro Mannschaft an einem Tag in der Regel nicht mehr als zwei Spiele angesetzt wurden. So wurden die Zusatzturniere zu einem zentralen organisatorischen Element der ersten Ligasaison.

Der Ligaausschuss und seine Rolle

Jeder der Lust hat, sich über einen möglichen Ablauf der Liga Gedanken zu machen oder an der Durchführung oder Organisation mitzuarbeiten, meldet sich bis demnächst irgendwann bei mir. Der Ligaauschuss stand noch in den Kinderschuhen, die Ideen waren alle noch frisch und man suchte noch weiteren Leuten, die bereit waren die ersten Grundsteine zu legen.

Und trotzdem oder gerade deswegen lag die Leitung der Liga beim Ligaausschuss, der als demokratisches Gremium fungierte. Dieser war für die Auslegung und Weiterentwicklung der Zusatzvereinbarungen zuständig, entschied bei strittigen Fragen per Mehrheitsbeschluss und organisierte sowohl die Zusatzturniere als auch die Play-offs am Ende der Saison. Jede gemeldete Mannschaft stellte einen Vertreter im Ligaausschuss und war somit direkt in die Entscheidungsprozesse eingebunden.

Alles stand aber noch in den Kinderschuhen und Mithilfe wurde gewünscht und gefordert.

Der Saisonverlauf: Verzögerungen und das Ende der ersten Saison

Im November 1995 stand dann allerdings fest: Die erste Saison würde sich bis ins Jahr 1996 ziehen. Einige Spiele hatten noch nicht stattgefunden und mussten im neuen Jahr nachgeholt werden. Zudem trat die Mannschaft Euskirchen aus der Liga zurück, weshalb alle Spiele, an denen sie beteiligt war, aus der Wertung genommen wurden.

Am 23. und 24. März 1996 konnte die Saison der Deutschen Einradhockeyliga dann schließlich erfolgreich abgeschlossen werden. Dieses Turnierwochende war wohl nicht, wie eine klassische Meisterschaft, da es vor allen darum ging, die Spiele die 95 niicht geschafft wurden nachzuholen und doch stand am Ende ein Sieger fest: Die Hurricanes. In 11 Spielen schossen sie 199 Tore, bekamen nur 23 Gegentore und erlangten 33 Punkte. Auf dem zweiten Platz war Bochum I dicht gefolgt von den Lahimo III auf dem 3. Platz.

Dank an alle Beteiligten

Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die 1995 und über all die Jahre hinweg zur Weiterentwicklung der Liga beigetragen haben. Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen, Einradhockey in Deutschland auf diesem Niveau zu etablieren. Ihr habt den Weg geebnet, dass diese wunderbare Sportart heute in ganz Deutschland gespielt wird und am Ende einer Saison mit Meisterschaften gekrönt wird.

Die erste Saison war der Anfang einer langen Erfolgsgeschichte, die durch das Engagement und die Begeisterung vieler Menschen getragen wurde. Ein herzlicher Dank geht an alle, die von Anfang an dabei waren und durch ihren Einsatz dazu beigetragen haben, dass die Liga sich zu dem entwickelt hat, was sie heute ist.

Auf die nächsten 30 Jahre Einradhockey!